SoVD-Landesverband Niedersachsen e.V.
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Das große Jubiläum

Das große Jubiläum
100 Jahre Schützenhaus in Bad Sachsa
Das SoVD-Erholungszentrum Schützenhaus in Bad Sachsa feierte am Wochenende vom 6.-8 Mai 2005 den 100. Geburtstag. Vor 100 Jahren präsentierte der Erbauer August Frind das „Kurhotel Schützenhaus“ seinen Gästen. Zum Jubiläum kamen mehr als 50 geladene Gäste und Besucher aus der Stadt Bad Sachsa – und sogar der Enkel von August Frind wurde als Ehrengast mit der Kutsche vorgefahren.
Sehen und hören konnte man bereits auf der Hindenburgstraße in Bad Sachsa, dass etwas ganz Besonderes anstand: Das große Banner am Schützenhaus verkündete „100 Jahre Schützenhaus Bad Sachsa“ und neben dem rote Teppich zum Eingang stand einladend der Akkordeon spielende Empfangsportier in russischem Kosakenkostüm.
Trat man nun ein in das Jubiläumshaus, empfingen den Besucher im Eingangsbereich und Vestibül authentische Kostüme aus der Gründerzeit: Verlobungs- und Hochzeitskleider, Frack und Zylinder, ausladende Hüte, ein Kinderwagen mit weißer Spitze und sogar eine Robe für den sonntäglichen Kirchengang.
Doch unter den prächtig gekleideten Puppen befanden sich auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Schützenhauses: Alle Damen vom Service trugen lange Kleider mit Hut, und auch der Geschäftsführer Kasselmann empfing die Gäste mit Frack, Weste und Zylinder. Dass auch eine Ausstellung etwas aus der Geschichte zeigen würde, verrieten die großen, noch schwarz verhüllten Bilder in der Galerie.
Zur Eröffnung erinnerte SoVD-Präsident Adolf Bauer an die Entstehungszeit, an den Kauf des Hauses und an die Umbauten durch den Verband: „Die Modernisierungen haben vor allem dazu beigetragen, dass Gäste mit Behinderungen hier eine unkomplizierte und barrierefreie Erholungsstätte finden mit engagiertem und einfühlsamem Personal.“
Vierzehn Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben eine Behinderung und arbeiten an der Rezeption, in der Wäscherei und Näherei.
Bauer würdigte das Schützenhaus als den „Mittelpunkt des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens der Stadt“, dankte allen Mitarbeitern für ihren Einsatz und betonte, wie wichtig es ist, die Stadt Bad Sachsa auch zukünftig als Kurort zu beleben.
Auch Bad Sachsas Bürgermeisterin Helene Hofmann ging in ihrer Rede auf die rege Zusammenarbeit der Stadt mit dem Schützenhaus ein: „Die Wandlung vom Reichsbund zum SoVD und die Öffnung des Schützenhauses für die Bewohner unserer Stadt ist eine Entwicklung, die beispielhaft zu nennen ist.“
Ehrengäste, die mit der Kutsche zum Schützenhaus gefahren wurden, waren unter anderem die Familie Frind, direkte Nachfahren des Erbauers August Frind. Sein Enkel Walter Frind wurde im Schützenhaus getauft und beschrieb ein lebendiges Bild aus der Zeit, „als die Gäste noch mit der Dampfeisenbahn und der Pferdekutsche anreisten“. Zum Dank und als Andenken an seinen Großvater trat Walter Frind an diesem Wochenende nun auch dem SoVD als Mitglied bei.
SoVD-Archivarin Iris Kupferschmidt eröffnete anschließend die Ausstellung in der SoVD-Galerie „100 Jahre Schützenhaus“, eine Sammlung von historischen Dokumenten und Schriften, die mit einer Ausdauer über mehrere Jahre hinweg gesucht und archiviert wurden.
Die drei Jubiläums-Tage von Freitag bis Sonntag boten abwechslungsreiche Kultur: ein buntes Schauspiel mit historischen Kostümen, die Berliner Ballettaufführung „Der schlecht behütete Sohn“ mit Dutzenden von kleinen und großen Balletttänzerinnen und einem Tänzer, eine weitere „Spitzen“-Show mit Frisuren aus der Biedermeier- und Gründerzeit sowie der Jubiläumsball mit Gala-Dinner und Livemusik.
