SoVD Sachsen-Anhalt
Sie befinden sich hier: Sozialverband Deutschland e.V. > Aktuelles > Presseinformation Nr. 9/2012
Presseinformation Nr. 9/2012
05.05.2012

Presseinformation Nr. 9/2012
Großes Fest vereinte Menschen mit und ohne Handicap bei anspruchsvollem Programm
Am 5. Mai 2012 – dem Internationalen Protesttag für Menschen mit Behinderungen fand unter der Schirmherrschaft des Ministers für Arbeit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt, Norbert Bischoff, der auch selbst anwesend war, auf dem Bitterfelder Marktplatz das Fest der Lebensfreude statt, welches auch vom Kreisverband Bitterfeld des Sozialverbandes Deutschland mit vorbereitet initiiert und gestaltet wurde.
Die zur Eröffnung bei einer Luftballonaktion – auf der die Initialen des Sozialverbandes Deutschland nicht zu übersehen waren – und einer von je einem Sprecher vorgetragen Forderungen an die Landesregierung Sachsen-Anhalt zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention nahm Minister Bischoff gern entgegen und versprach, diese in die anstehende Endfassung der vom Landtag zu beschließenden Politikfelder eingehen zu lassen.
"Ja, unser Köthen ist schön" hallt es über den Bitterfelder Marktplatz. Danach gibt es kräftigen Applaus - und der ist verdient. Schließlich hat die Kulturgruppe der Wohnstätte "Am Rathaus" der Lebenshilfe der Kreisstadt soeben ein Programm gezeigt, bei dem die Herzen warm wurden. Und das Publikum, das dafür gebührenden Lohn zollt, besteht ebenso wie alle Akteure auf der Bühne keineswegs nur aus Bitterfeldern. Aus dem gesamten Landkreis gaben sich Programmgestalter und Besucher im Zentrum Bitterfelds ein Stelldichein.
Mit einem Fest der Lebensfreude fand eine Veranstaltung statt, die Menschen mit und ohne Handicap zusammenführen sollte und anlässlich des 20. Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen organisiert wurde. Und das ist ohne Zweifel gelungen.
Es wurde eine Leistungsschau von Menschen mit unterschiedlichem Handicap geboten. Ein Teil davon war am Stand der Diakonie-Werkstatt für Menschen mit Behinderungen nicht nur zu begutachten, sondern konnte auch gekauft werden. Wunderschöne Keramik-Übertöpfe, Flaschenbehälter aus Holz, Blumengestecke und mehr zeugen von der Fingerfertigkeit und dem handwerklichem Geschick, was die Behinderten an den Tag legen.
Dazu gehören auch die Frauen und Männer aus der Wohngruppe der Caritas Trägergesellschaft Sankt Mauritius, die im Haus Johannes in Bitterfeld leben und tagsüber in Wolfen arbeiten gehen.
In Gesprächen brachten die Betreuer von Betroffenen zum Ausdruck:
"Nicht nur im Haus versuchen wir, dass sich die Leute wie zu Hause fühlen, denn das große Ziel ist Normalität, und dazu gehört auch, möglichst viel unterwegs zu sein und am Leben teilzuhaben."
Dieses Ziel verfolgte unter anderem auch der Beirat für Menschen mit Behinderungen des Landkreises Anhalt-Bitterfeld, dem der 1. Kreisvorsitzende des SoVD, Joachim Heinrich, als Mitglied des Sprecherrates angehört und auf dessen Initiative das Fest zurück zu führen ist. Der Protesttag wird jährlich begangen, in den letzten Jahren jedoch meist mit Fachtagungen. Nun wurde 2012 die Idee der kulturellen Vielfalt umgesetzt, weil das, was die Behinderten können, zu schade ist, um im stillen Kämmerlein im kleinen Kreis zu präsentieren".
Neben dem Sozialverband Deutschland taten sich im Beirat solche Verbündete, wie der Wolfener Spielmannszug, der Verein Kinderland Sachsen-Anhalt, der Städtepartnerschaftsverein Bitterfeld, der Sportverein VfL Eintracht und viele andere zusammen und gemeinsam mit vielen Helfern und Sponsoren wurde das Ganze dann gestemmt. Die Projektleitung oblag Kinderland, der mit Helgard Neumann eine geübte Organisatorin einsetzte. Und die zeigt sich trotz der Anspannung der vergangenen Monate, die am Sonnabend ihren Höhepunkt fand, fast gerührt. "Ich habe schon viele Feste mit vorbereiten dürfen", sagt sie. "Doch ich bin noch nie so viele offene Türen eingelaufen wie diesmal, wenn ich gesagt habe, worum es geht."
Und so gehörte zu den Angeboten noch viel mehr als kulturelle Leckerbissen. Vor allem die Jüngsten nutzen die Stände zum Basteln und Spielen und die Hüpfburg.
Dass beim Auftritt der Blind Foundation aus Frankfurt/Main aus anfänglichen Regentropfen schon kräftiger Guss geworden ist, störte die Besucher nicht. Sie flüchten ins Zelt und waren begeistert von der Musik der Band, von deren Mitgliedern drei blind sind.
