Kooperation von SoVD-Jugend und JAK
Gemeinsam etwas erleben – mit anderen Spaß haben – Neues kennenlernen: Das waren die Wünsche der 19 Jugendlichen mit und ohne Behinderung, die vom 10. bis zum 17. Oktober 2009 eine Woche in Ysselsteyn verbracht haben. Und – soviel sei vorweg gesagt – diese Wünsche wurden erfüllt.
Das Projekt, welches in diesem Jahr erstmalig stattfand, ist eine Kooperation der SoVD-Jugend Niedersachsen mit dem Jugendarbeitskreis (JAK) vom Volksbund. Jugendliche beider Verbände haben sich für das einwöchige Camp angemeldet und kamen mit unterschiedlichsten Erwartungen, Voraussetzungen und Wünschen nach Ysselsteyn.
Untergebracht waren alle Beteiligten in einer barrierefreien Jugendbegegnungsstätte in unmittelbarer Nähe zur deutschen Kriegsgräberstätte Ysselsteyn. Eine Führung über den angrenzenden Soldatenfriedhof war für viele Teilnehmer die erste Führung dieser Art. Franziska Falke, 16 Jahre, aus Hannover beschrieb ihre ersten Eindrücke wie folgt: „Am Sonntag hatten wir eine Führung über den Soldatenfriedhof. Besonders beeindruckt haben mich die Tausenden von Grabkreuzen, die sich auf einer Wiese stehend bis zum Horizont erstrecken. Ich möchte, dass nie wieder Menschen durch Krieg sterben müssen.“
Neben verschiedenen Bildungseinheiten unter dem Stichwort „Umgang mit behinderten Menschen in Vergangenheit und Gegenwart“ haben sich die Teilnehmer in Kleingruppen auch mit Einzelschicksalen der Verstorbenen beschäftigt. Eine besonders intensive Erfahrung war für einen Teilnehmer die Erkenntnis, dass auf dem Soldatenfriedhof sein Ur-Ur-Großvater begraben liegt.
Des Weiteren bekam die Gruppe Besuch von Vertretern einer niederländischen Behindertenorganisation (FGL), die sich für die Belange von Menschen mit Behinderungen in den Niederlanden einsetzt. Auf verschiedenen Gebieten wurde der Umgang mit behinderten Menschen in den Niederlanden und in Deutschland verglichen und diskutiert.
Trotz des vollen Bildungsprogramms kamen auch die Freizeitangebote nicht zu kurz. Besonderer Höhepunkt war hier der Tagesausflug in die niederländische Hauptstadt Amsterdam. Alle Teilnehmer konnten die Stadt zunächst auf einer Grachtenrundfahrt erkunden. Im Anschluss daran bot sich entweder die Möglichkeit, das „Anne-Frank-Haus“ zu besuchen oder per Bahn zur Amsterdam Arena zu fahren und diese mit einer Führung kennenzulernen.
Den Abschluss des Camps bildete eine kleine – von den Teilnehmern selbst gestaltete – Gedenkfeier auf der Kriegsgräberstätte Ysselsteyn. Am Abschlussabend hatten sich die Teilnehmer dann noch etwas ganz Besonderes für die Betreuer einfallen lassen. Ganz im Sinne von YSDS („Ysselsteyn sucht den Superstar“) musste jeder Betreuer Karaoke singen und sich passend zum Lied verkleiden. Hier kamen insbesondere die Teilnehmer voll auf ihre Kosten und hatten jede Menge Spaß. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass viele bereits nach einer Wiederholung des Projektes gefragt haben und gerne wieder dabei wären.
Während des einwöchigen Campaufenthalts wurde von den Teilnehmern ein Camptagebuch geführt, welches Sie hier als PDF-Dokument [4,02 MB] herunterladen können.
Die Begegnung wurde von Aktion Mensch finanziell und vom LTG 62 der Bundeswehr am Standort Wunstorf mit einem Bus und 2 Fahrern unterstützt.